|
|
|
Schwarze Kreide weiß gehöht, 251 x 79 mm; am unteren Rand signiert: »CHarnisch«.
Die Ornamentzeichnung im Stil der Frührenaissance war vielleicht als
Entwurf für eine Wandfüllung gedacht. Der Januskopf unten, der
Tragödie und Komödie symbolisiert, sowie der Genius mit erhobenen
Fackeln, die Muse (?) mit Harfe und die tanzende Flora oben, sind
Motive aus der Welt des Theaters.
Dies und die stilistische Nähe der Arabeske zu Friedrich Schinkels
Dekorationsentwürfen sowie Harnischs Kontakte zum preußischen
Königshaus könnten Hinweise darauf sein, daß die Zeichnung im
Zusammenhang mit den Innendekorationen des Schauspielhauses am
Gendarmenmarkt zu sehen ist.
1820, 1824, 1828, 1830 und 1832 waren Werke von Harnisch auf der
Berliner Akademischen Kunstausstellung zu sehen. Seine Zeichnungen
wurden von einem der bedeutendsten Sammler seiner Zeit, Carl Friedrich
von Rumohr (1785 Dresden 1843), geschätzt. Aufträge erhielt er von
Friedrich Wilhelm IV und von Graf A. Raczynski.
|